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Januar 13, 2026

Sant Antoni 2026: Erleben Sie Mallorcas wildeste Nacht voller Feuer und Tradition

Wenn Sie Mallorca im Januar von seiner authentischsten und wildesten Seite erleben möchten, dann ist der 16. Januar ein Pflichttermin in Ihrem Kalender. Während der Rest Europas noch im Winterschlaf versinkt, feiert Mallorca zu Ehren des heiligen Antonius (Sant Antoni) ein Fest, das alle Sinne berührt. Es ist eine Nacht, in der das Dorfleben erwacht und jahrhundertealte Bräuche zelebriert werden.

Die Nacht der Feuer: Was geschieht am 16. Januar?

Der Vorabend des Namenstages, die sogenannte „Revetla“, verwandelt die Insel in ein flackerndes Lichtermeer. Überall in den Dörfern und Städten werden die Foguerons entzündet – große, kunstvoll aufgeschichtete Lagerfeuer. Diese Feuer symbolisieren den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und die Reinigung der Seele.

Die Torrada: Gemeinsames Grillen in den Gassen

Ein zentraler Bestandteil des Festes ist die Torrada. Sobald die Flammen der Foguerons niedergebrannt sind und eine kräftige Glut hinterlassen, versammeln sich Einheimische und Besucher mit ihren Grillrosten. Es herrscht eine Atmosphäre der Gastfreundschaft: Fremde werden zu Nachbarn, während man gemeinsam lokale Spezialitäten wie Sobrasada (die typische Paprikastreichwurst), Botifarró (Blutwurst) und Speck röstet. Dazu wird kräftiger mallorquinischer Rotwein gereicht und das Brot direkt über der Glut geröstet.

Der Tanz der Dimonis: Mystik und Spektakel

Das Markenzeichen von Sant Antoni sind zweifellos die Dimonis (Dämonen). In furchteinflößenden Masken und Kostümen ziehen sie durch die Straßen. Ihr Tanz stellt die Versuchung des heiligen Antonius dar. Begleitet von lautem Trommelwirbel und den Klängen der Xeremiers (Dudelsackspieler) springen und tanzen sie um die Feuer.

In vielen Orten gipfelt dieser Abend in einem Correfoc, einem spektakulären Feuerlauf. Hierbei sprühen die Dämonen mit pyrotechnischen Effekten Funken in die Menge und erzeugen ein archaisches Schauspiel aus Licht, Rauch und Rhythmus.

Ximbombas und Gloses: Die Stimme der Insel

Wenn Sie sich einem der Feuer nähern, werden Sie ein ganz besonderes Instrument hören: die Ximbomba. Diese traditionelle Reibtrommel erzeugt einen tiefen, rhythmischen Klang, zu dem die „Glosses“ gesungen werden. Dies sind oft spontan improvisierte, gereimte Verse, die mal humorvoll, mal gesellschaftskritisch und mal tiefgründig sind. Es ist die Zeit, in der die mallorquinische Mundart und die Liebe zur Heimat besonders stolz präsentiert werden.

Die besten Orte für das Sant-Antoni-Erlebnis

Obwohl das Fest inselweit gefeiert wird, gibt es einige Zentren, in denen die Tradition besonders intensiv gelebt wird:

  • Sa Pobla: Gilt als die Hauptstadt des Sant-Antoni-Festes. Hier finden die rituellen Tänze und das berühmte Piromusical (Feuerwerk mit Musik) statt.

  • Artà & Manacor: Diese Orte sind berühmt für die Emotionalität ihrer Lieder und die traditionelle Kleidung der Teilnehmer. In Artà beginnen die Feierlichkeiten oft schon am frühen Vormittag.

  • Pollença: Hier wird am darauffolgenden Tag (17. Januar) ein besonderer Brauch gepflegt: Der Pi de Sant Antoni. Ein riesiger, eingeseifter Kiefernstamm wird auf den Marktplatz transportiert, und die jungen Männer des Dorfes versuchen, ihn zu erklimmen.

Ein Ausblick auf den 17. Januar: Die Tiersegnungen

Nach der wilden Nacht der Feuer folgt am 17. Januar ein besinnlicherer Teil: die Beneïdes. Vor den Kirchen der Insel versammeln sich die Menschen mit ihren Tieren – von Hunden und Katzen bis hin zu Pferden und Eseln –, um den Segen des heiligen Antonius für das kommende Jahr zu empfangen.

Das Sant-Antoni-Fest bietet Ihnen die seltene Gelegenheit, tief in die mallorquinische Kultur einzutauchen und eine Seite der Insel kennenzulernen, die fernab der touristischen Hochsaison liegt. Es ist ein Fest der Gemeinschaft, der Wärme und des Stolzes auf die eigenen Wurzeln.



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