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September 06, 2026

Alles über mallorquinische Mandeln: Sorten, Inhaltsstoffe und meine 3 Lieblingsrezepte

Wenn sich der Sommer langsam dem Ende neigt, beginnt auf Mallorca die Mandelernte - harte körperliche Arbeit, kann ich Euch sagen, nachdem ich die 40 kleinen Mandelbäumchen auf unserer Finca abgeerntet hatte.

Ich habe es, genau wie früher die mallorquinischen Bauern mit der langen Holzstange versucht. Der Mallorquiner nennt das "varear". Zuerst werden Netze unter den Baum gelegt und dann schlägt man mit den Stangen gegen die Äste der Mandelbäume, so dass die reifen Mandeln runterfallen.

 

Wer mehr Bäume hat als wir und wie jeder Mallorquiner, der etwas auf sich hält, einen Traktor, besitzt einen Rüttler. Mit seinen großen Metallzähnen, sieht der Rüttler fast aus wie ein überdimensionales eisernes Gebiss, wenn er mit seinen Metallbacken um den Stamm der Mandelbäume geschnallt wird. Dann schüttelt der Traktor einmal kräftig und die begehrten braunen Früchte fallen in das Netz.

 

Sind Mandeln eigentlich Früchte oder Nüsse?

Mandeln sind Steinfrüchte: aus den bezaubernden zarten Mandelblüten, die wir im Februar und März bewundern, wachsen unter der mallorquinischen Sonne im Laufe des Sommers, grüne Früchte heran. Sie haben eine runde, fleischige Frucht mit weichen flauschigen Härchen, fast wie ein unreifer Pfirsich. Während in Mallorca die meisten Leute bei Mandeln nur an weiß-rosa Blüten im Frühjahr und trockene Mandelkerne im Herbst denken, gibt es dazwischen eine kurze Phase im Mai und Juni, wenn die jungen Mandeln noch grün und saftig sind. Freunde von uns aus der Türkei lieben diese als „Çağla“ bezeichneten Leckereien. Die Kinder knabbern direkt vom Baum aus der Hand, sie sind leicht süß-sauer. Ich mag sie auch mit etwas Salz gewürzt im Joghurt - ein ganz besonderer Dipp, den noch nicht jeder kennt.

Aber bitte nicht alle Früchte im Mail vom Baum naschen, sonst bleiben keine mehr für die Ernte im Herbst. Im Laufe des heißen Sommers wird die grüne Frucht hart und braun und platzt auf, darunter befindet sich der harte Kern. Dieser muß erstmal trocknen, um Schimmelbildung oder unerwünschte Veränderungen des Geschmacks zu verhindern, dann sind sie (fast ewig) lagerfähig.

Um nun an die begehrte Mandel, die wir so gerne naschen zu kommen, muß man den Kern (wie eine Nuss) knacken und zum Vorschein kommt der Samen, des Mandelbaums.

 

Die "mallorquinische Mandel" gibt so eigentlich nicht - Almendra de Mallorca Almendra Mallorquina oder Ametlla de Mallorca ist keine Bezeichnung für eine Mandelsort sondern die geografische Angabe (IGP), die eine große Gruppe von verschiedenen Mandelsorten, die an die besonderen klimatischen Bedingungen angepasst sind.

 

Wie viele Mandelsorten gibt es auf Mallorca?

Eine interessante Frage. Das mallorquinische Landwirtschaftsinstitut GOIB nennt 14 Sorten, aber nicht alle wurden schon immer auf Mallorca angebaut. Vor allem den letzten Jahren wurden neue, ertragreichere Sorten eingeführt u.a. auch um die Xylella fastidiosa, eine zunehmende Pilzkrankheit, die viele Bäume der Insel vernichtet hat, zu bekämpfen.

 

Als traditionelle Sorten werden folgende Typen auf Mallorca angebaut:

  • Marcona

  • Largueta

  • Comuna

  • Ferragnès

  • Ferraduel

  • Glorieta

  • Masbovera

  • Guara

  • Vairo

  • Marinada

  • Constantí

  • Marta

  • Antoñeta

  • Lauranne

  • Soleta

  • Belona

  • Penta

  • Tarraco

  • Mardía

Zu den modernen, besonders ertragreichen Sorten gehören: Glorieta und  Constantí oder auch Ferragnès, Marinada und Antoñeta.


Mallorquinische Mandeln =das  neue Superfood?  

Tatsächlich sind Mandeln extrem gesund. Sie sind eine besonders gute, natürliche Quelle für Vitamin E. Zusammen mit den ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und sogenannten pflanzlichen Sekundärstoffen, wirkt das Vitamin E als Antioxidans und schützt unsere Zellen vor oxidativem Stress, was sehr gut für Herz und Kreislauf ist.

Eine Hand voll Mandeln (also die Samen), das sind ca. 22 Stück oder 28g, liefert in etwa: 165 kcal, ca. 6 g Protein, ca. 14 g Fett, ca. 3 g Ballaststoffe, reichlich Vitamin E, Magnesium, Calcium, Phosphor und Kupfer.

Aber Achtung! Sie sind auch relativ kalorienreich. Jedoch soll die Kombination aus wenig schnell verfügbaren Kohlenhydraten, viel Fett, Protein und Ballaststoffen die Blutzuckerregulation positiv beeinflussen.

Etwa 90% des Fettes der mallorquinischen Mandel besteht aus Linolsäure und Ölsäuren, die wiederum die oxidative Stabilität ausmachen.



Mallorca oder Kalifornien?

Wenn es um Mandeln geht, ist die Antwort für mich ganz klar: Mallorca! "Unsere Mandeln" schmecken nicht nur intensiver, nussiger, süßer, aromatischer, sondern werden auch überwiegend ökologisch produziert und geerntet. Der Mandelbaum auf Mallorca braucht normalerweise keinerlei künstliche Bewässerung! Die großflächig hochmechanisiert produzierten Standardsorten aus Kalifornien belasten die dortige Umwelt zunehmend. Um günstige Preise, hohe Erträge und eine immer gleiche Qualität zu erzielen, setzt der Gigant der Mandelproduktion aus USA auf intensivierte Landwirtschaft.


Was macht man auf Mallorca aus den leckeren Mandeln?

Meine Lieblingsrezepte nur für Euch!


So geht Kaffee & Kuchen auf Mallorca, abseits vom Ballermann.

Das bekannteste Produkt ist wahrscheinlich der "Gató de almendra", der mallorquinische Mandelkuchen, er kommt ganz ohne Mehl aus, ist also glutenfrei.

Meine Nachbarin macht ihren Gató ganz traditionell. Ich schaue ihr gern dabei zu. Zunächst trennt sie die Eier trennt und schlägt die Eigelbe mit Zucker cremig auf. Dazu kommen fein abgeriebene Zitronenschale, etwas Zimt und Vanille. Anschließend rührt sie die gemahlenen Mandeln unter – natürlich mallorquinische! Das Eiweiß schlägt sie mit einer Prise Salz zu einem festen Schnee und hebt ihn vorsichtig unter die Mandelmasse, damit der Kuchen schön locker wird. Dann kommt alles in eine gefettete Form und für etwa 35 bis 45 Minuten in den Ofen. Schon bald duftet die ganze Küche nach gerösteten Mandeln und Zitrone. Wenn der Gató goldbraun aus dem Ofen kommt, lässt sie ihn etwas abkühlen und bestäubt ihn großzügig mit Puderzucker. Wir essen ihn gerne noch leicht warm mit einer Kugel Eis - natürlich Mandeleis!



Mallorquinisches Mandeleis - selbstgemacht - so lecker!

Für mein Rezept nehme ich nur die feingemahlenen Mandeln von Bonany, das ist eine echter mallorquinischer Familienbetrieb in der Nähe von Petra, der als eine Art Anlaufstelle für Bauern aus der Region gilt, die dort Mandeln und andere Früchte aus eigener Ernte verkaufen.

Für etwa einen Liter von meinem „Gelat d'ametlla“ röste ich ca. 150g gemahlene Mandeln in der Pfanne leicht an, gebe dann einen halben Liter Milch, 200 ml Sahne, 100g Zucker (kann brauner Zucker sein), etwas Vanille und Salz dazu und erhitze alles - nicht kochen! Noch mallorquinischer wird es mit etwas abgeriebener Zitronenschale, noch raffinierter mit einem kleinen (!) Schuß mallorquinischem


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